Archiv der Kategorie: Alltagsphilosophisches

Philosophie klebt am Nachdenken. Hier gehts um Alltag, das Leben meist aus Yoga-Sicht.

Nazis ziehen auf, (m)ein Weg der Mitte ist, nicht mehr schweigen

Meine Zeit als Neutrum in Sachen Politik ist vorbei. Genau jetzt. Es kann sein, dass euch meine Worte hier im Yoga-Blog überraschen oder gar stören. Ich kann es nicht verhindern. Heute habe ich mich erneut daran gewagt, etwas mehr über die Afd und meine Heimat zu erfahren – und bin entsetzt. Nicht neu entsetzt, aber entsetzt.
Ich habe beinahe 3 Jahrzehnte zu politischen Themen geschwiegen. Eher selten sage ich meine Meinung oder lasse mich auf Diskussionen ein. Rechte blockiere ich schonmal auf Twitter und anderswo, weil mich Hetzreden beinahe körperlich verletzen. Aber ich erzähle euch, was sich geändert hat und warum ich bisher „still“ war:

Noch lange nach dem Mauerfall war ich an jeder Grenze schlimm nervös und ängstlich. Ich habe mit 14 entschieden, die damalige DDR zu verlassen. Habe gewartet, bis ich älter werde, Fluchtpläne geschmiedet und einen abgebrochenen Fluchtversuch. (das ist die Kurzform). Gleichzeitig habe ich entschieden, dieses wichtigste Vorhaben meines jungen Lebens niemandem zu erzählen. Es war zu gefährlich, auch in meiner Familie. Vorallem dort. Ich war Jahre später bei den Demos dabei, immer mit dem Gefühl, „es kann in Polit-Haft enden“. Das willst du nicht, glaub mir. Mit 19 konnte ich offiziell „auswandern“, die Mauer war gefallen.

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Danach war Politik für mich ein Dahingeplätscher. Natürlich hatte ich eine Meinung und die war ganz sicher nicht links, aber auch nicht rechts. Später in meiner Yogalehrerausbildung erkannte ich eher eine Mitte für mich. Das halte ich für den schwersten Weg. In jeder Hinsicht. Das Urteilen ist oft ein Bekennen für das Gegenteil, doch dieses sollte man ebenso prüfen und in Frage stellen.
Je älter ich wurde, führte ich doch langsam wieder gehaltvolle politische Gespräche mit meinem Vater (ein aufrechter Kommunist, der Gysi verehrte und alle anderen der alten Linie auch.) Ich habe gelernt, dass viele seiner Überzeugungen etwas mit Menschsein zu tun haben und dass in der DDR einfach viel schief gelaufen ist. Ich habe das dem Land, meinem Heimatland längst verziehen.
Politik war für mich aber weiterhin Privatsache.
Als ich vor 15 Jahren in die Schweiz kam, wurde ich noch verschlossener mit meiner politischen Meinung. So als Ausländer. Und immer in PR Jobs. In Deutschland wählte ich nicht mehr, weil ich mich der Schweiz verbundener fühlte und natürlich Zusammenhänge in D auch nicht mehr so verstand, man wird „fremd im Heimatland“ und auch hier wieder nicht deutsch und nicht schweizerisch.. vielleicht wohne ich deshalb so nah an der Landesgrenze. Ich bin beides nicht.
Ich bin in einem gespaltenen Land aufgewachsen. In einem Land, dass gespalten war, weil es einen (zwei) fürchterlich menschenverachtenden Krieg erlebte (und auslöste). Haarsträubende Verbrechen, unvorstellbar, und ein Land (mehrere Länder) als involviertes Publikum. Meist betroffen. Oder müsste man getroffen sagen.
Heute muss ich sprechen. Einstehen für meine Meinung. Natürlich werde ich es weiterhin gewaltfrei tun (das oberste Gebot im Yoga)
Das was jetzt in der Welt passiert, dürfen wir auf keinen Fall hinnehmen, zulassen oder gar fördern. Menschen, die intelligent sind, einfach, oder auch nur suchend, dürfen das nicht übersehen.
Bitte geht wählen, erhebt eure Stimme für eine menschliche Politik, egal wo ihr wohnt. Es geht schon längst nicht mehr um Flüchtlingsproblematik, sondern hier ziehen Nazis auf, denen ich meine Stirn biete, wenn es irgendwie möglich ist.

Tina Turner singt Friedensmantra

Sarvesham Svastir Bhavatu

Die Kraft des Yoga ist überall. Das ist nicht nur so dahin gesagt. Und Nein, es geht immer noch nicht um Verrenkungen sondern um Transformation des Bewusstseins. Das beginnt in den Gedanken, Mantras sind ein wunderbarer Weg, den Geist zu fokussieren und mit Positiven zu füllen, oder auch ihn einfach mal zur Ruhe zu bringen.

Die Kraft eines Mantras ist unsagbar gross, auch wenn man es nur hört. Aber Singen ist wunderbarer. Versucht es mal, ich hänge euch den Sanskrit Text (aussprechbar ) unten ran. Man nennt das gemeinsame Singen und Zelebrieren übrigens Kirtansingen im Yoga. Oft gibt es noch ein Ritual dazu oder eine gemeinsame Meditation, die dann besonders wirksam ist. Weil alle irgendwie gleich schwingen (ich hab leider kein andres Wort dafür). Ich hab vor ein paar Jahren mal beschrieben, was ein Mantra eigentlich ist. Leider wird es ja heute oft fälschlich verwendet für Autosuggestionen.

Tina Turner singt hier ein sehr machtvolles Mantra. Das habe ich heute in Facebook bei Stefan entdeckt. Danke.

Enjoy und lass es wirken.

Om Sarvesham Svastir Bhavatu
Sarvesham Shantir Bhavatu
Sharvesham purnam Bhavatu
Sarvesham Mangalam Bhavatu

sinngemäss:

Om – ist alles
Möge Frieden bei allem sein
Möge es zu der ganzen Fülle (des Lebens) werden
Möge es Wohlstand für alle geben

Om Shantih Shantih Shantih bedeutet soviel wie om „höherer Frieden“

Tiefe Trauer

Aus meinen Gedanken:

wer in seinem Leben schon einmal einen oder mehrere Menschen aus dem Leben verabschiede musste, weiss:

Tiefe Trauer ist Mitgefühl, mitleiden.
Tiefe Trauer zeigt Verletzlichkeit.
Tiefe Trauer ist auch ein Zustand des Entsetzens, der Hilflosigkeit.
Tiefe Trauer bringt Gedanken zur Endlichkeit.
Tiefe Trauer lässt einen nach Liebe suchen.
Tiefe Trauer entwickelt ein Gefühl von Besinnen.
Tiefe Trauer lässt Werte überdenken.
Tiefe Trauer lässt den Kopf senken.
Tiefe Trauer gibt keine Antwort auf Schuld.
Tiefe Trauer bringt nicht in einem Atemzug Kampfesworte hervor.

ich weine, weil ich trauere

Bild, designed by artist Jean Jullien:

‪#‎ParisAttacks‬
‪#‎PrayForWorld‬widepeace

Vom Gewissen gebissen

Das Gewissen. Warum das wohl so heisst? Ich hab im Wikipedia nachgesehen und Dinge wie Moral und Ethik entdeckt. Mich erinnert das Wort ja an gebissen. Keine Ahnung, ob das etwas Tiefgründigeres ist, aber manchmal scheint sich das Ding tatsächlich festzubeissen. Bestimmt hatte es ursprünglich auch mal etwas mit tatsächlichem Wissen (Bewusstsein) zu tun.

Wir gleichen ja mit diesem Gewissen Erfahrungen ab und stellen sie einer aktuellen Situation gegenüber.  Dabei nehmen wir oft an, andere Menschen denken wahrscheinlich so oder so über die aktuelle Angelegenheit. Meist nehmen wir hier gedanklich Leute in ähnlicher sozialer Konstellation. Sonst könnten wir wahrscheinlich nicht so gut abgleichen.  Oder wir fragen das eigene „Darüber denken“.

Ist diese Denkarbeit getan, bewerten wir unsere Angelegenheit entweder

a) anders als vorher oder

b) gleich. Dann bleibt alles beim alten. b) ist bequem, weil wir uns bestätigt fühlen. Was natürlich Quatsch ist, denn dieses Gewissen arbeitet oft nur mit einer Vorstellung. „Wie würden andere das beurteilen?“ Wir wissen oft nicht, wie es eine Summe von anderen Menschen tatsächlich beurteilt. Kann man ja schlecht real fragen.  Meistens läuft das aber unbewusst ab. Nicht im Unterbewusstsein übrigens, sondern nur unbewusst im Bewusstsein.

Variante a) finde ich ja das viel interessantere für den eigenen Geist. Jetzt wirds ungemütlich da oben. Stelle ich fest, dass bspw. andere meine eigene Meinung (bleiben wir bei Angelegenheit) anders bewerten würden, oder gar ablehnen würden. Hab ich wieder zwei Möglichkeiten.

a) ich entscheide, wie die anderen (Annahme) entscheiden würden. Das ist aber evtl. gegen meine eigene Ansicht

b) ich bleibe bei meiner Ansicht und erkenne, dass anderen ihre Ansichten nichts mit mir zu tun haben, weil bspw. meine Konstellation (oben hab ich die soziale genommen) eine völlig andre ist. Oder gar, weil ich erkenne, dass es um mein eigenes Leben geht. Und dort besser nur ich für meine eigene Lebensgeschichte entscheide.

Hier beginnt Freiheit.

Selbstverständlich klärt man immer mit sich selbst ab, was die Konsequenz sein könnte. Und ich spreche hier in diesem Beitrag von einfachen Alltagsentscheidungen. Ich versuche diese Gewissensfrage oft neu zu formulieren mit. „Fühlt es sich richtig oder falsch an?“ oder „Ist es wirklich wahr?“ Auf diese Fragen bekomme ich Ich-Antworten und keine von aussen suggerierten. Und wenn diese gleichklingen mit dem was ich tun möchte, dann gibt es keine sogenannten Gewissensbisse. Die können nämlich ganz schön hartnäckig sein.  Wer möchte schon von so einem Gewissen gebissen sein? Obwohl es reine Gedanken sind, die wir selbst steuern können.

Manchmal frage ich mich, ob man tatsächlich am Lebensende solche Gedanken hat wie „habe ich mich immer korrekt verhalten?“ oder „Haben die anderen eigentlich gemerkt, dass ich oft in ihrem Sinne gehandelt habe?“

Missverständnis trotz bestem Gewissen

Kennst du das? Du tust etwas aus bestem Wissen und Gewissen und wirst völlig missverstanden. Dein Gegenüber versteht dich völlig falsch und hat nun die Meinung von dir, die du absolut vermeiden wolltest. Einfach, weil der andere dich eben so sehen will, oder weils dumm gelaufen ist, ein Missverständnis das nächste jagt. Da könnte ich jetzt ewig drüber philosophieren. Das ist mir schon so oft passiert. Oder auch. Jemand spricht über eine Person negativ und du denkst (und sagst hoffentlich) „Hä, die Person ist ganz anders in  meinen Augen“.

Was heisst das wohl für diese Gewissensfrage? Für mich bedeutet es, dass Gewissen etwas ist, womit man umgehen können muss. Kurz checken aber dann wieder abgeben. Es ist nur eine Momentaufnahme aus einem einzigen Blickwinkel vielleicht.

Wenn das Gewissen ein neues Objekt sucht

Letzens hatte eine Person mir gegenüber ein schlechtes Gewissen. Ich sagte ihr, „ist nicht schlimm, es ist alles gut, wie es ist.“ Zum Glück hat die Person mir geglaubt und konnte dieses Denk-Ding beruhigen. Aber stell dir vor. Ein paar Tage später erzählte mir die Person, sie habe nun ein schlechtes Gewissen einer anderen Person gegenüber. Wegen der gleichen ! Sache. Ist das nicht crazy? Das Gewissen scheint also immer ein „Objekt“ zu suchen, wo es gewisseln kann. So kannst du dein Leben weitermachen und immer ein schlechtes Gewissen haben, für all die Dinge die du tust oder nicht tust. Oder du hast eben „immer“ ein gutes Gewissen. Vermutlich bleiben dann ein paar Dinge auf der Strecke, die du eigentlich tun möchtest. Für dich.

Vielleicht ist das Gewissen ja gar nicht in Engelchen und Teufelchen unterteilt, sondern in richtig und falsch für mich.

gewissen - Animiert

Wenn ein Gewissen besonders aktiv ist, spielt es womöglich keine Rolle, ob es ein gutes oder ein schlechtes ist. Es denkt einfach nur ständig darüber nach, was richtig und falsch in den Augen anderer wäre.

Und dann am Tag X, wenn wir die Welt verlassen, sagt man sich. „Ich hatte immer ein gutes Gewissen“. haha, oder „ich hatte ein schlechtes … wegen…“ Ich denke ja, dass man in diesem Moment wo alles sich auflöst denken sollte. „Hey schön wars, ich habe geliebt was ich getan habe. Ich habe gelernt, ich habe selbst rausgefunden, was für mich richtig ist. Ich bin meinem Herzen gefolgt. Ich liebe das was ich jetzt tue und loslasse. Ich weiss nun.“

Ich hoffe von Herzen, dass meine Freundin Iris in ihren letzten Bewusstseinsmomenten einfach nur Wissen gespürt hat, ohne Wertung und Gewissen. Jedenfalls hat sie in ihren letzen Lebenswochen oft erwähnt, dass „es egal ist, was andere denken“.

Nochmal zurück zu Wikipedia. Dort fand ich Denkfutter, das das Denken durchaus wert ist. In diesem Sinne, viel Freude beim Denken und dem Twist mit deinem individuellen Gewissen:

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Die ethische Form des Gewissens tritt dort auf, wo zwei moralische Forderungen oder Handlungsweisen gleichberechtigt nebeneinander stehen und das Individuum in eine Pflichtenkollision treiben. Nun stehen sich Sittenkodex und das persönliche Gewissen als unvereinbar gegenüber. Der Betroffene kann zum ersten Mal erleben, dass es einen Unterschied zwischen der traditionellen und konventionellen Moral und dem Gewissen gibt. Auch zeigt sich, dass die Sitte selbst ihm hier keine befriedigende oder überhaupt keine Antwort und Hilfe geben kann, er erlebt seine Situation als höchst individuell. Ist der Betroffene bereit, seinen Gewissenskonflikt auszutragen, so mündet dies in einen neuartigen, individuellen Urteilsakt, der auch als schöpferische Leistung verstanden werden kann. Dabei ist dem Ausführenden klar, dass die Gesellschaft sein neues Handeln nicht gutheißen oder billigen wird. Er spürt aber, dass der bequeme Weg der sittengemäßen Entscheidung, durch Unterdrückung der Gewissensinhalte, langfristig in Krankheit und persönliche Entfremdung führen muss.

Aufgrund dieser hohen, autonomen Dynamik, mit welcher sich das ethische Gewissen auch gegen die traditionelle Moral durchzusetzen weiß, ist es als „Vox Dei“, als Gottesstimme zu verstehen. Es setzt sich gleich einer göttlichen Intervention auch gegen den Willen des Individuums durch. Nicht der Mensch hat ein Gewissen, sondern das Gewissen hat den Menschen.

Nachtrag: 4.10.2015 Da gab es ein Event „Ist das Gewissen weiblich“ (finde ich zwar eine komische Frage, aber offenbar, bewegt genau diese) Elisabeth hat auf ihrem Blog einen zusammenfassenden Beitrag drüber geschrieben.

von links- und rechtshirnigen Menschen und Zeit Management

Vor wirklich langer Zeit hab ich realisiert, das ich echt ein Problem mit meinem Zeitmanagement habe. Zum ersten mal war das ca. 1992. Dann hatten wir in der Firma einen Kurs. Einen Filoflex Kurs. Kennt ihr die noch? Jesses, das Ding war nie da wenn ich es brauchte und die Zeilen immer zu klein. Na jedenfalls war das für die Katz (zumindest bei mir). Dann hab ich mir, bestimmt war das fünfzehn Jahre später, ein Buch gekauft und dachte wirklich, das löst mein Dilemma.
Das Buch hiess immerhin:
„Wenn du keine Zeit hast, gehe langsam“ von Lothar Seiwert. Ich hab es leider nie fertig gelesen, weil ich merkte, es geht um was ganz anderes. Die wichtigste Erkenntnis für mich stand im ersten Drittel vom Buch.

Es gibt zwei Hauptgruppen von Menschen: kreativer Chaot und …

Zugegeben, das ist wohl etwas arg vereinfacht, alle Menschen in zwei Gruppen einzuteilen. Aber, ich habs einfach mal so angenommen. Denn, als ich las, was genau den einen vom anderen unterscheidet, dachte ich „ja genau, so einen kenn ich“ und „ja genau, so bin ich.“
Es ging um rechtshirnige Menschen (das sind die kreativen Chaoten) und um linkshirnige (das sind die strukturierten Zahlenmenschen) ou man, es ist wirklich arg vereinfacht. Verzeiht mir. Nun der heisse Tipp aus dem Buch.

Wenn du ein solcher Mensch bist, der zu Chaos und Kreativität neigt, dann lerne einfach etwas, was der linkshirnige sowieso kann. Also zum Beispiel Buchhaltung oder Programmierung. Ich bin ja eigentlich überzeugt, dass Webprogrammierung sehr wohl etwas mit Kreativität zu tun hat, aber darum solls grad ja nicht gehen. Ich ging also zu einem Mensch der beides kann, (links und rechts, ich glaube das sind die Genies.) Ich bat ihn mir ein paar HtML Codes beizubringen. Nicht ganz uneigennützig, denn das konnte ich wenigstens in meinem Job noch gebrauchen. Buchhaltung brauchte ich damals noch nicht. #schwitz

Und was hat das mit Yoga zu tun?

Zuerstmal, hat in meinem Leben alles mit Yoga zu tun. Denn in „meiner“ Lebensphilosphie, die sich daraus entwickelt hat, praktiziere ich quasi in allen Lebensbereichen. Nicht auf der Yoga Matte aber im Geist, beim Sport oder auch in schwieren Gesprächen (manchmal auch erst danach, wenn ich mein eigenes Verhalten analysiere).

Es mussten nochmal ein paar Jahre vergehen bis ich kapiert hatte, dass es im Yoga unzählige Übungen gibt, die genau das gleiche Ziel haben. Linke und rechte Hirnhälfte (und natürlich die Energien) ausgleichen. Inzwischen denk ich nicht mehr darüber nach, sondern praktiziere solche Übungen im Workout einfach mit. Ich dachte mir, ich geb euch mal ein paar solcher Übungen. Vielleicht fasziniert euch das ja genauso und dann könnt ihr gleich mal loslegen (ohne Buchhaltung oder Codes zu lernen).

Übungen aus dem Yoga, die aus Chaoten strukturierte Leute machen

Ich werde dem Buch sicher nicht gerecht, aber das war auch nicht mein Ziel mit dem Beitrag. Vielmehr wollte ich die Verbindung schaffen. Es gibt einfach so viele Wege, etwas Ruhe ins Leben zu bringen, oder auch Balance (mancheiner hat ja zu viel Ruhe, ja das hab ich gerade heute gehört).

Wechselatmung

Diese Übung ist ein echter Geheimtipp. Ich liebe sie. Sie hilft dabei, Sympathikus und Parasympathikus auszugleichen und damit in einen ruhigen Zustand zu kommen. Besonders vor Vorträgen oder auch sonst in „aufregenden“ Situationen hilft mir diese Übung immer und immer wieder. Alle meine Freunde praktizieren sie auch, weil es eine der wenigen Übungen ist, die man mal schnell zwischen durch machen kann. Hat ja keiner mehr Zeit für Yoga. Leider.

Im Video erklärt übrigens Sukadev, mein Lehrer, bei dem ich meine Yogalehrer-Prüfung im 2003 abgelegt habe. Er ist ein grossartiger Yogi und hat unzählige Yogalehrer ausgebildet.

Und dann wirken auch alle Übungen mit diagonalem Charakter, im Yoga heissen die oft irgendwas mit Dreieck. Trikon Asana heisst der richtige Begriff. Wie das genau geht, könnt ihr in der Bibliothek der Yogaakademie-austria.com nachlesen . Cool, hab die eben erst entdeckt.

Trikon Asana

Also schaut, dass die Hirnhälften schön ausgeglichen sind, damit euer Nervensystem und gleichzeitig noch das Chaos ein bisschen strukturiert wird. Viel Spass beim Experimentieren.

Image ist was andres als die Wahrheit

Heute ist es kalt. Mitten im Sommer habe ich meine Honda Repsol Jacke an. Ich liebe dieses Ding und trotzdem trage ich die Jacke nie ausserhalb von Haus oder Garten. Sie ist einfach zu cool und würde mancheinen, der mich kennt vielleicht ein bisschen verstören. Und da sind wir auch schon mitten im Thema. Das beschäftig mich. Wir alle haben irgend ein Image. Manche bewusst und manche unbewusst, aber wir haben eins. Es gibt Dinge, die man uns zutraut und andere wiederum nicht. Su, die ist so ein bisschen öko, sie achtet auf ihre Nahrung und limitiert auch das Fliegen, sie schwärmt für Greenpeace und will so wenig wie möglich Plastik im Haus. Und dann kommt sie mit einer Moto-Racing Jacke? Honda, Repsol und Gas Werbung drauf. Ne das geht nicht.

Zugegeben, ich gehöre vermutlich eher zu den Menschen, die sich über Image und solche Sachen eher bewusst sind. Das mag an meinem Job liegen, da hab ich viel mit PR und Kommunikation zu tun. Natürlich denke ich so auch viel über non-verbale Kommunikation nach. Die Jacke ist so eine.

Ich glaube jeder hat im Leben solche Themen und ich freue mich immer, wenn ich das bei anderen entdecke. Denn dann fühl ich mich wieder ok mit diesen zwei Seiten. Ach was, es sind natürlich noch viel mehr. Wir wissen alle, dass es so ist. Wie fad wär das Leben, wenn alle nur eine Facette hätten und immer tun würden, was wir von ihnen denken (bzw. auch erwarten). Wir könnten uns nicht mehr in spannende Unterhaltungen manövrieren und wohl auch nicht mehr dazu lernen. Wir würden ja denken, schon alles (vom anderen) zu kennen. Dabei mag ich besonders Gespräche mit guten Freunden, die ich schon ewig kenne.

Letztens hatte ich so eins. Ich telefonierte mit meiner langjährigen Freundin Marion. Wir sind seit 19 Jahren befreundet und kennen uns recht gut. Ich denke, ich weiss, wie sie ist. Kenne ihr Image. Während wir also so reden, klicke ich ein bisschen in ihrem Facebook Profil herum und stelle fest, dass sie eine Seite geliked hat, namens Karl Marx. Mitten im Satz unterbreche ich sie, entschuldige mich zwar gleich wieder, als ich bemerke, wie blöd ich war. Aber muss loswerden, was ich gesehen habe. „Was, du magst Marx?“ Darüber haben wir ja noch nie gesprochen. Wir wären nie auf die Idee gekommen. Ich bitte dich, Marx. Davor bin ich vor etwa 25 Jahren quasi davon gelaufen. Und so passte es einfach nicht ins Bild des jeweils anderen, obwohl wir beide sehr interessiert an Philosophen sind.

Nach ein bisschen drüber reden und nachdenken fiel uns auf, dass es eigentlich schon zum jeweils anderen passe. Eben nur nicht auf den ersten Blick. Es war einfach eine ganz andere Seite der vielen Dimensionen.

 

honda-jacke1Und so ist das wohl auch mit meiner Jacke. Dort kann ich nur keinen zusätzlichen Zettel hinterlassen, dass es einen bestimmten Grund hat, dass ich sie mag. Man müsste mich schon darauf ansprechen und mir sagen, sie passt nicht zum Image. Dann würde ich antworten. Was für ein Image? Sind es nicht viele verschiedene?

Vielleicht entstünde dann eine spannende Unterhaltung über das, was ein Mensch ist. Das was man in Wahrheit ist, hinterm Image. Diese philosophische Frage kann ich mir nur selten beantworten. Es ist mir schon gelungen, in tiefer Meditation und Abwesenheit von Gedanken. Aber erklären kann ich es nicht, denn wie gesagt, ich kann es nur erkennen, ohne meinen Intellekt zur Hilfe zu haben. Entsprechend kann ich mir das was ich bin auch nicht auf ein Kleidungsstück schreiben. Vielleicht ist das der wahre Grund, warum Yogis weiss tragen….

Mal sind wir Helfer und mal Hilfesuchend

Heute bin ich über einen interessanten Post in meinem Facebook Freundeskreis gestossen. Freundeskreis heisst das nur, ich habe 932 Freunde. Haha, das sind meist nicht meine Freunde, sondern Berufskollegen. Das liegt bei mir ein bisschen in der Natur der Online Branche. Früher hatten nur meine Arbeitskollegen und Leute aus der Branche einen Facebook Account, meine engen Freunde noch nicht. Heute sind wir oft nicht mal hier verbunden, obwohl sie inzwischen alle „da“ sind. Ja, auch weil wir uns eher offline austauschen oder via Whatsapp und SMS. Ich mag jetzt nicht schon wieder thematisieren, dass ich und viele andere auch, den Kaffeetratsch mit der Freundin dem Facebook vorziehen. Dieses Argument habe ich noch nie verstanden, wenn jemand deshalb nicht in einem Online Netzwerk ist. Aber es gibt sicher gute Gründe, die dafür und auch dagegen sprechen.

Ich liege seit Tagen flach …

Jedenfalls in dem erwähnten Beitrag (der mich inspiriert hat, das hier aufzuschreiben) schreibt eine junge Frau, dass sie seit Tagen daheim im Bett liegt und niemand aus ihrem Umfeld hat gefragt, ob sie vielleicht etwas braucht. Und ihr ist aufgefallen, dass sich heute vielleicht niemand mehr gegenseitig sorgt. Es haben viele Leute kommentiert und interessante Gedanken dazu geteilt.

Zum Beispiel:

  • gute Besserungswünsche von Herzen
  • ich hätte einen Nachbarn gefragt, auch wenn ich ihn/sie nicht kenne. Bestimmt wäre ich sogar bei einer fremden Person auf viel Fürsorge gestossen
  •  es gibt Menschen, die sehr viel für andere da waren und eben nie etwas zurückerhalten haben
  • man sollte über sein Umfeld nachdenken
  • so ist das Leben hier,  jeder ist sich selbst der Liebste…. natürlich die Guten ausgenommen und die hätten dir bestimmt sofort etwas gebracht, hättest du sie darum gebeten
  • man kann das nicht erzwingen. In manchen Fällen funktioniert das, in anderen nicht. Ich zähle nur noch auf sehr enge Leute
  • Online Essen bestellen
  • wenn jemand was braucht soll er sich melden
  • anders in der Nachbarschaft, dort kann man sich melden, wenn auffällt dass er/sie lange nicht gesehen wurde
  • die Leute sind heutzutage zu viel eingespannt
  • Die Menschen, die dich enttäuschen(bzw. in denen du dich getäuscht hast) musst du direkt ansprechen und deine Erwartungen mitteilen.

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Ich war ein bisschen erschrocken und hab schnell überlegt wie das bei mir ist und auch aus Philosophie-sicht nachgedacht.

Also wenn mir jemand erzählt oder auch postet, dass er/sie krank ist und mir der Mensch nahe steht, frage ich meistens (wenn ich nicht grad geistig verwirrt oder abgelenkt bin). Ob ich etwas tun oder bringen kann.

Auf der anderen Seite wenn ich selbst Hilfe benötige frage ich andere Menschen danach.

Das tue ich im Tram ebenso wie in meinem engen Umfeld. Vor ein paar Jahren hab ich mal ein Medikament nicht vertragen und wurde im Tram beinahe ohnmächtig, niemand hat es bemerkt. Beim Aussteigen hab ich hockend am Boden (damit ich den Kreislauf nicht unnötig bemühe) jemanden gefragt. Er hat mich dann zu meinem Ziel begleitet. Die anderen dachten wohl, ich hab ein Drogenproblem, also musste ich aktiv werden.

Ich finde es schön, eine Bitte zu äussern oder auch eine zu bekommen, denn nicht immer bin ich gut darin, zu riechen ob jemand Hilfe braucht. Ich schätze dort liegt das Thema.

Ich will niemandem etwas schuldig bleiben, also will ich auch nicht, dass jemand mir etwas schuldig ist?

Ich habe eine Freundin, die sagt oft „ich will nix schuldig bleiben“ und deshalb bittet sie mich nie um etwas. Das bedeutet für mich aber auch, dass ich bei ihr oft ein leicht schlechtes Gewissen habe, wenn ich sie um etwas bitte. Denn ich stelle mir vor, dass das dann in beide Richtungen funktioniert.

Natürlich versichert sie mir jedesmal, dass sie sehr gerne hilft. Und wisst ihr was? Das ist wahr. Ich weiss es einfach. Sie hilft gerne. Aber es erinnert mich ein wenig an den Geiz des Gebens über den ich vor Jahren mal nachgedacht habe.

Nun, ich glaube wir können ruhig andere bitten, wenn wir Hilfe brauchen oder auch einfach daran erinnern, dass wir Geburtstag hatten oder Hunger haben, wenn wir krank sind und nicht einkaufen gehen können.

Dann hat der andere eine Chance zum Helfen.

Rollen wechseln in unserem Leben so schnell, mal sind wir Helfer, mal Hilfesuchend. Manchmal weiss ich es vielleicht selbst nicht, denke ich bin Helfer, dabei könnte ich dringend Unterstützung gebrauchen. Dann bin ich froh, wenn mich jemand darauf aufmerksam macht. Beide Rollen berechtigen uns vermutlich nicht, etwas einzufordern.  Ich denke es gibt keine klare Trennung zwischen richtig und falsch, was wir wann wie tun. Wir können es einfach tun nach bestem Gewissen (oder Bewusstsein). Manchmal müssen wir oder andere ein bisschen nachhelfen, damit uns geholfen wird.

PS: Meine Mutter hat früher immer gesagt, es ist egal wem du hilfst, es kommt nicht immer von der gleichen Person zurück, wenn du mal Hilfe brauchst.