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Denkt, hört, lernt, kommuniziert, macht Fehler. Und dann noch Online Kommunikationsberaterin (schönes Wort), Dozentin, Yoga, KTM

Nazis ziehen auf, (m)ein Weg der Mitte ist, nicht mehr schweigen

Meine Zeit als Neutrum in Sachen Politik ist vorbei. Genau jetzt. Es kann sein, dass euch meine Worte hier im Yoga-Blog überraschen oder gar stören. Ich kann es nicht verhindern. Heute habe ich mich erneut daran gewagt, etwas mehr über die Afd und meine Heimat zu erfahren – und bin entsetzt. Nicht neu entsetzt, aber entsetzt.
Ich habe beinahe 3 Jahrzehnte zu politischen Themen geschwiegen. Eher selten sage ich meine Meinung oder lasse mich auf Diskussionen ein. Rechte blockiere ich schonmal auf Twitter und anderswo, weil mich Hetzreden beinahe körperlich verletzen. Aber ich erzähle euch, was sich geändert hat und warum ich bisher „still“ war:

Noch lange nach dem Mauerfall war ich an jeder Grenze schlimm nervös und ängstlich. Ich habe mit 14 entschieden, die damalige DDR zu verlassen. Habe gewartet, bis ich älter werde, Fluchtpläne geschmiedet und einen abgebrochenen Fluchtversuch. (das ist die Kurzform). Gleichzeitig habe ich entschieden, dieses wichtigste Vorhaben meines jungen Lebens niemandem zu erzählen. Es war zu gefährlich, auch in meiner Familie. Vorallem dort. Ich war Jahre später bei den Demos dabei, immer mit dem Gefühl, „es kann in Polit-Haft enden“. Das willst du nicht, glaub mir. Mit 19 konnte ich offiziell „auswandern“, die Mauer war gefallen.

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Danach war Politik für mich ein Dahingeplätscher. Natürlich hatte ich eine Meinung und die war ganz sicher nicht links, aber auch nicht rechts. Später in meiner Yogalehrerausbildung erkannte ich eher eine Mitte für mich. Das halte ich für den schwersten Weg. In jeder Hinsicht. Das Urteilen ist oft ein Bekennen für das Gegenteil, doch dieses sollte man ebenso prüfen und in Frage stellen.
Je älter ich wurde, führte ich doch langsam wieder gehaltvolle politische Gespräche mit meinem Vater (ein aufrechter Kommunist, der Gysi verehrte und alle anderen der alten Linie auch.) Ich habe gelernt, dass viele seiner Überzeugungen etwas mit Menschsein zu tun haben und dass in der DDR einfach viel schief gelaufen ist. Ich habe das dem Land, meinem Heimatland längst verziehen.
Politik war für mich aber weiterhin Privatsache.
Als ich vor 15 Jahren in die Schweiz kam, wurde ich noch verschlossener mit meiner politischen Meinung. So als Ausländer. Und immer in PR Jobs. In Deutschland wählte ich nicht mehr, weil ich mich der Schweiz verbundener fühlte und natürlich Zusammenhänge in D auch nicht mehr so verstand, man wird „fremd im Heimatland“ und auch hier wieder nicht deutsch und nicht schweizerisch.. vielleicht wohne ich deshalb so nah an der Landesgrenze. Ich bin beides nicht.
Ich bin in einem gespaltenen Land aufgewachsen. In einem Land, dass gespalten war, weil es einen (zwei) fürchterlich menschenverachtenden Krieg erlebte (und auslöste). Haarsträubende Verbrechen, unvorstellbar, und ein Land (mehrere Länder) als involviertes Publikum. Meist betroffen. Oder müsste man getroffen sagen.
Heute muss ich sprechen. Einstehen für meine Meinung. Natürlich werde ich es weiterhin gewaltfrei tun (das oberste Gebot im Yoga)
Das was jetzt in der Welt passiert, dürfen wir auf keinen Fall hinnehmen, zulassen oder gar fördern. Menschen, die intelligent sind, einfach, oder auch nur suchend, dürfen das nicht übersehen.
Bitte geht wählen, erhebt eure Stimme für eine menschliche Politik, egal wo ihr wohnt. Es geht schon längst nicht mehr um Flüchtlingsproblematik, sondern hier ziehen Nazis auf, denen ich meine Stirn biete, wenn es irgendwie möglich ist.
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