gut getrimmt ist halb gewonnen, eben nur halb

„Ach die arme Lara, sie hat Angst vor der Mathe-Arbeit. Sie ist soo gut in der Schule, alles fällt ihr leicht. Sie ist Klassenbeste, nur in Mathe hat sie Probleme.“ „Naja“ antworte ich der besorgten Grossmutter „Vielleicht ist es für Lara ja wertvoll, auch mal nicht an der Spitze zu stehen“. Der Dialog ging recht schnell und flach zu Ende. Doch mich beschäftigt das Thema Wettbewerb schon länger. Früher liebte ich es, im Sport die Schnellste zu sein. Wie stolz war ich auf den 100 Meter Sieg und niedergeschlagen, wenn ich bei 800 Metern versagte. Lief es in der Schule gut, berichtete ich sofort von der guten Note, war es nur eine 3, behielt ichs für mich.

man kann nicht immer nur gewinnen
man kann nicht immer nur gewinnen
Heute finde ich, dass wir unseren Kindern auch lehren dürften, mal in der zweiten Reihe zu stehen. Denn das ist das normale Leben, wir werden mal auf dem Treppchen stehen und auch ordentlich verlieren. Verlierer, Loser, arbeitslos, krank. Das sind Zustände, mit denen wir lieber nichts zu tun haben wollen. Denn wir wurden früh auf Erfolg getrimmt. Stellt sich der nicht ein, dann musst Du eben pauken. Ja Lernen ist schön. Rationales Wissen, wie eben Mathe hilft dem Mensch, dem sonst eher emotionales Wissen liegt. Er gleicht damit die weibliche und männliche Energie aus (die beiden Energien, die jeder in sich hat) und harmonisiert beide Gehirnhälften. Das ist auch eines der Ziele, ach nein, Zwischenergebnisse, des Yoga.

Der Yogaübende behält auch sein Ego im Visier. Der Ichmacher (Ahamkara) ist einer der vier Teile des Denkinstrumentes. Dieser Teil produziert das Ego und nährt es. Gut ist, wenn das Ego nicht immerzu die Oberhand gewinnt. Das Ego neigt zur Identifikation. Diese lenkt den Mensch vom eigentlichen Wesen (dem wahren Selbst) ab. Also heisst es, beobachte Deine Gedanken und erkenne, wie das Ego versucht, Dich anzutreiben. Lieber Leser, verzeih mir den kleinen Abstecher.

Dort wo das Ego regiert, findet der Wettbewerb statt. Das Ego will immer der Gewinner sein. Das kann auch bedeuten, dass schon mal emotionale Intelligenz zu kurz kommt. Rücksicht stört gelegentlich beim Gewinnen.

Unser Leben beinhaltet aber Verlieren und Gewinnen, nenn die Energien wie Du willst: männlich/weiblich, schwarz/weiss, positiv/negativ Sieg/Niederlage. Diese beiden Gegensätze reiben aneinader und Neues oder gar Leben kann entstehen. Würde immer nur weiss vorherrschen, gäbe es keine Weiterentwicklung. Deshalb müssen wir auch mal durch ein Tal, und eben vielleicht auch in Mathe das Versagen üben.

Denn später im Leben, werden diese Aufgaben gestellt. Gut, wer dann gelernt hat, auch mal anderen zum Sieg zu gratulieren und aus dem eigenen Tal neue Kraft zu schöpfen. Das wäre für mich ein wahrer Gewinn. Gelassen Raum geben, für alles, was das Leben bietet.

Man kann nicht immer gewinnen und das finde ich gut.

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