Denkgewohnheiten

Meine (Yoga)Lehrerin Rajeshwari sagte oft:

Achte auf Deine Gedanken,
denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte,
denn sie werden Taten.
Achte auf Deine Taten,
denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten,
denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter,
denn er bestimmt Dein Karma.

Ob sie wohl weiss, wie sehr sie mir mit den Worten (aus dem Talmund) auf den Gehsteig des Lebens half? Schon als Kind beobachtete ich, Gewohnheiten, Worte und besonders deren Reaktion von Menschen. Versuchte hinter die (gelegentlichen) Gemeinheiten meiner Freundinnen zu sehen und suchte nach Hinweisen für das menschliches Verhalten. Bis heute begegnen mir (wie allen anderen Menschen auch) Ungerechtigkeiten, deren Sinn ich nicht verstehe. Oft die Frage: Warum tut er/sie mir oder ihm/ihr das an?

Bei näherem Hinsehen glaube ich, immer das gleiche Konstrukt zu erkennen. Es sind schlicht Gedankengewohnheiten, die sich beim handelnden und eben sprechendenen Menschen eingeschliffen haben. Man ist einfach gewöhnt, so und so zu urteilen. Schwarz oder weiss. Und so entsteht die immer gleiche Geschichte, die Menschen in gut oder böse unterteilt.

Monade aus dem Buch Pro Gesundheit contra Gluten

Inzwischen habe ich für mich heraus gefunden, dass es sich lohnt, vor dem Schubladisieren eines Menschen den Raum zwischen gut und böse (weiss oder schwarz) zu nutzen. Zuerst einmal handelt/spricht jeder aus seinen Erfahrungen und Gewohnheiten heraus und oft nicht aus wahrem Herzen. Und diese Gewohnheiten (Erlebnisse) werden gedanklich manifestiert in vorgefertigten Meinungen.

Dort können wir also selbst ansetzen, uns unseres Herzens, unserer Liebe besinnen, um aus dieser heraus zu handeln. Also einmal Delete, alles leeren und Neu bespielen: Dann hat die Denkgewohnheit (meist vom Ego gesteuert) kaum eine Chance, ihr Unwesen zu treiben. Denn das Wesen eines Menschen existiert jenseits der Gedanken, die uns vorgaukeln, der Handelnde selbst zu sein.

Dieses wahre (zumindest mein eigenes) Wesen finde ich, wenn ich in den Bergen bin, lange hinaufgestiegen oder auch nur lange genug draussen bewegt. Da wird der denkende Geist endlich mal ruhig. Auf der Yogamatte finde ich es immer seltener. Denn dort fängt (bei mir) der Geist gerne erst einmal an zu denken und der Prozess bis zum Sein (ohne Denken) geht viel länger.

Wenn ich Gedankengewohnheiten erkenne, die in Richtung gut oder böse tendieren, fange ich nochmal von vorne an. Stelle fest:

Er/sie tut dies oder jenes gar nicht mir/ihm/ihr an, sondern jeder handelt nur für sich (sein eigenes Karma). So kann ich gar nicht bei anderen finden, warum sie es tun, sondern nur meine eigenene Handlungen überprüfen und ggf. korrigieren und anderen vergeben.

Lesenswert dazu auch die Gedanken von: Tweettroy

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2 Kommentare zu „Denkgewohnheiten“

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